Conventions - Berichte - FedCon XVII
 

FedCon XVII

vom 18.-20.04.2008 im Bonner Maritim-Hotel
 

Man schrieb das Jahr 2008. Genauer gesagt den 18ten April. Die Fedcon startete im Maritim! Und wie schon in den letzten Jahren startete sie für mich mit der Pressekonferenz. Zum Glück fand sie diesmal am gleichen Ort wie letztes Jahr statt: kein Suchen.

Es ging los mit der Vorstellung der diesjährigen Charity. Leider war Peter Maffay nicht zugegen, der uns ursprünglich seine Tabaluga-Stiftung näher bringen sollte. Er war durch Studioaufnahmen für seine neue CD verhindert. An seiner Stelle stellte uns Thomas Brüggemann die Stiftung zusammen mit der Stiftung „Kinderinsel Harburg“ vor. Zugunsten dieser Stiftung sollten auch die Einnahmen aus dem T’Pow-Workshop „Kämpfen wie die Filmprofis“ gehen, der uns in einem kurzen Einspieler vorgestellt wurde.

Dann wurden die Schauspieler einen nach dem anderen angekündigt. Der Raum füllte sich allmählich, nur leider fehlten einige der Stars: noch kein Steve Bacic (Telemachus Rhade aus „Andromeda“), kein Michael Shanks (Daniel Jackson aus „Stargate“), kein Jamie Bamber (Lee Adama aka Apollo aus „Battlestar Galactica“), keine Leah Cairns (Lieutenant Margaret 'Racetrack' Edmonson aus „Battlestar Galactica“), keine Michelle Forbes (Ro Laren aus „DS9“ oder Admiral Cain aus „Battlestar Galactica“). Und Richard Hatch (Apollo aus der Original-Serie „Kampfstern Galactica“ bzw. Tom Zarek aus der neuen „Battlestar Galactica“) sollte nicht nur auf der Pressekonferenz fehlen, sondern gar nicht kommen. Sehr schade, denn genau darauf hatte ich mich als alter Galactica-Fan am Meisten gefreut: beide Apollos zusammen auf der Bühne.
So war der Tisch der Gäste vor der versammelten Presse kürzer als erwartet, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat: eine wunderschöne und charmant lächelnde Mary McDonnell (Präsidentin Laura Roslin aus „Battlestar Galactica“, vielen noch bekannt als Steht-mit-einer-Faust aus „Der mit dem Wolf tanzt“) wendete sich jedem Fotografen zu, ein älter gewordener Bruce Boxleitner (Captain John Sheridan aus „Babylon 5“) versprühte immer noch seinen ihm eigenen jungenhaften Charme und plauderte mit seinem neben ihm sitzenden Babylon 5 Kollegen Peter Jurasik (Botschafter Londo Mollari), ein gut gelaunter Brent Spiner (Data aus „Star Trek, the next generation“), der uns mit einem spitzbübischem Lächeln das Blaue vom Himmel erzählte, unterhielt sich angeregt mit Marina Sirtis (Deanna Troi aus „Star Trek, the next generation“) und LeVar Burton (Geordi LaForge aus „Star Trek, the next generation“) rechts und links von ihm. Weiter anwesend waren Kevin Sorbo (Captain Dylan Hunt aus „Andromeda“ oder Herkules aus der gleichnamigen Serie), René Auberjonoir (Odo aus „DS9“), Nicki Clyne (Crewman Cally aus „Battlestar Galactica“), Morgan Shepherd (der Seelenfänger aus „Babylon 5“), Julie Catlin Brown (Na’Toth aus „Babylon 5“), John deLancie (Q aus „Star Trek“) und Richard Arnold (Star Trek Experte von Paramount). Unser beliebter Moderator Marc B. Lee stieß verspätet zu uns und entschuldigte sich ... auf deutsch. Nein, keine Panik, er kann es immer noch nicht nach all den Jahren.
Es startete das Frage- und Antwortspiel.
Nicki erzählte, dass alle bei Battlestar Galactica zwar vor der Kamera wenig zu lachen hatten, hinter der Kamera dagegen ging es sehr lustig zu. Kevin erklärte, dass er es geliebt hat, Herkules zu spielen. Bruce, gefragt nach seiner Rolle in „Tron“ aus dem Jahre 1982, in dem er zusammen mit Peter Jurasik spielte, schwelgte in Erinnerungen. René berichtete über seine neuesten Theateraktivitäten. Und Mary gestand, dass viel von ihr in ihrer Rolle als Roslin steckt.
Eine wirklich interessante Frage an alle Schauspieler war, was sie denn über das Alter denken? Marina warf sofort ein, dass das eigentlich hauptsächlich ein Problem für Frauen und weniger für Männer sei und berichtete, dass sie erst vor kurzem in der Rolle der Geliebte eines in etwa gleichaltrigen Kollegen abgelehnt worden war. Sie wäre zu alt. Statt dessen wurde eine junge Blondine gecastet. Mary stimmte ihr entschieden zu. Sie käme aus Kalifornien. Dort wäre der Schönheits- und Jugendwahn besonders ausgeprägt. Daher wäre ihr Besuch hier in Deutschland für sie regelrecht befreiend gewesen. Hier und generell in Europa gebe es „echte“ Frauen, die altern dürften, ohne dadurch abgestempelt zu werden. Glücklicherweise würden auch beim Theater solche Frauen gebraucht.
Meine Meinung dazu? Frauen wie Mary werden mit dem Alter nur noch schöner. Also: weg mit ausdruckslosen, austauschbaren Barbie-Puppen. Hin zu den wahren Frauen mit Gesicht und Charakter!
Die Pressekonferenz endete mit ein paar schönen Gruppenbildern.
Dann ging´s zurück ins Con-Getummel.

Ein kurzes Orientieren: Ja, es war noch alles beim Alten. Sofort fühlte man sich wie zuhause.

Das erste Panel, das ich dann besucht habe, war das vom jung gebliebenen Bruce Boxleitner, der stolz erzählte, dass ihm sein Anzug aus den Serientagen von Babylon 5 beim Dreh der B5-Filme noch passte, wenn auch knapp. Es sei keineswegs komisch mit Schauspielern zu spielen, die hinter Masken verborgen wären. Im Gegenteil: es sei eine Herausforderung, weil die Masken von Babylon 5 so gut waren, dass die ganze Aufmerksamkeit des Zuschauers darauf gelenkt wurde und man sich anstrengen musste, um dagegen nicht blass auszusehen. Beim Thema Masken kam Bruce schnell auf seinen im Februar 2006 verstorbene Kollegen Andreas Katsulas, der den Narn Botschafter G’Kar spielte, zu sprechen. Er lobte ihn als einen großartigen Schauspieler, was sofort einen zustimmenden Applaus auslöste. Bruce schaute nach oben und rief „Andreas? Kannst du das hören? Sie lieben dich immer noch.“ Bruce gestand, dass er die Rolle des Sheridan vermisse, weil er mit ihm so „eine wunderbare Reise machen konnte“ und sprach über seine Lieblingsszene in B5, in der er im Gefängnis litt. Szenen, die er so mochte, weil es eine Abwechslung zum sonst üblichen Spiel in B5 war.
Auf TRON angesprochen erzählte er, dass das Studio ihm und den anderen Schauspielern, die diese engen Strumpfhosen tragen mussten, auferlegt hatten, nur noch mit Bademantel über dem Kostüm in die Pausen zu gehen. Bruce: „ Wahrscheinlich haben wir einige Damen erregt ... oder auch einige Herren. Das ist Hollywood.“ Als ein Fan auch noch „Agentin mit Herz“ erwähnte, grinste Bruce. Mit Kate Jackson war das Spielen wie eine Ehe: manchmal gab es Kampf, sie hätten aber auch sehr viel gelacht.
Bei Star Trek möge er die Rolle des Kirk am Liebsten, weil daraus eine unvergleichliche Schauspielkarriere entstanden sei, etwas, was sich jeder Schauspieler nur wünschen könne.
Direkt im Anschluss an Bruce betrat die wunderbare Mary McDonnell die Bühne. Nicht nur sie, auch die Fans, waren dankbar, dass das Studio durch eine Abänderung des Drehplanes es ermöglicht hatte, dass sie und Jamie Bamber uns besuchen konnten.
Mary erzählte von ihrem Film „Donnie Darko“, den sie zusammen mit Jake Gyllenhaal 2001 gedreht hatte. Dem Autor von Battlestar war wohl während dem Schreiben von Battlestar Galactica noch nicht klar gewesen, wie er die Rolle der Roslin anlegen solle. Dann sah er „Donnie Darko“ und schrieb Roslin genau auf Mary zu. Sie liebte die Rolle der Laura Roslin, die ihr die Möglichkeit bot, herauszuspielen, wie sich Macht und Weiblichkeit verbinden lassen, eine Möglichkeit, die vor allem Rollen im Science Fiction-Bereich böten, da dort „Frauen ihre Muskeln spielen lassen können.“ Mary selbst hätte nie den Mut, die Entscheidungen zu treffen, die Roslin in der Serie treffen müsse. Sie sei auch nicht allzu politisch, weil sie viel zu sensibel dafür wäre. Dazu müsse sie eine „dickere Haut“ besitzen.



Das anschließende Panel von John de Lancie habe ich nicht genossen. Ich bin nun mal kein Q-Fan. Man möge mir verzeihen.
Statt dessen ging es im kleinen Saal weiter, indem ein lässiger Steve Bacic sich erst mal auf den Bühnenrand setzte, um locker mit uns zu plaudern. Er saß uns fast auf dem Schoß. Nicht wirklich schlimm ;-) denn der Mann sah einfach nur sexy aus. Steve berichtete von seinen Dreharbeiten bei Stargate, dass Richard Dean Anderson ständig Blödsinn hinter der Kamera machte, was die Arbeit davor nicht unbedingt einfach mache. Er selbst würde sich durch seine Rollen nicht verändern, er sei und bleibe „goofy“, betreibe weiter Kampfsport und laufe Halbmarathons. Seine Kondition schien Steve testen zu wollen, denn schon am frühen Nachmittag hatte es ihm der Jägermeister, der vom diesjährigen Hauptsponsor in Mengen ausgeschenkt wurde, sehr heftig angetan. Wir haben ihn noch gewarnt, aber es schmeckte ihm zu gut. Die Auswirkungen davon merkte man dann am Abend auf der Party, wo ein ziemlich angetrunkener Steve sich nur mühsam auf den Beinen halten konnte. Naja, Herr Bacic. Kondition ist nicht alles. Disziplin gehört wohl auch dazu ;-)
Es folgte der nahtlose Übergang zurück in den großen Saal und zu Jamie Bamber, der uns schnell gestand, dass er die alte Serie „Kampfstern Galactica“ geliebt hatte und begeistert war, Richard Hatch, den „alten Apollo“, der in der Neuverfilmung den Revolutionär Tom Zarek spielt, am Set zu haben. Gerade Richard hätte er besonders verehrt. Mein Kommentar dazu? Das Auftreten von Richard Hatch, den ich geliebt habe (und es immer noch tue), war für mich wie die Übergabe des Stabes beim Staffellauf. Erst in dem Moment konnte ich die neue Serie akzeptieren. Richard gab ihr sozusagen dadurch seinen Segen, was für mich als riesen Fan der alten Serie enorm wichtig war.
Jamies Meinung nach wäre es allerdings besser gewesen, der neuen Serie auch einen neuen Namen zu geben. Zwar wäre dadurch der Anfang erschwert worden, denn der alte Name zog natürlich die Aufmerksamkeit an. Ein neuer Name hätte aber auch neue Leute als Zuschauer angelockt, die mit der alten Serie auch den „veralteten Look“ assoziierten.

Der Nachmittag war wie im Fluge vergangen. Schon war es 19:15. Die Opening startete und Marc B. Lee betrat die Bühne und kündigte nach einen viel versprechenden Indianer Jones Trailer die anwesenden Gäste an. Leider wurde Richards Abwesenheit mit keiner Silbe erwähnt. Ok, es hatte sich inzwischen herumgesprochen. Trotzdem wäre es eine Erwähnung wert gewesen.
Thomas Brüggemann stellte auch hier die Tabaluga-Stiftung von Peter Maffay vor. Professor Hubert Zilt erzählte einem begeisterten Publikum, dass er im nächsten Semester an der Sant Antonio Universität in Texas ein echtes Star Trek Seminar abhalten würde, inkl. Prüfungen und allem drum und dran. Hey! Wir sind seriös geworden!
Richard Arnold berichtete, dass der neue Star Trek Film bereits abgedreht worden sei, aber erst Ende Mai 2009 in die Kinos kommen werde. So lang noch?
Und Mary McDonnell gab einen Satz in deutsch wieder, den sie sich hatte aufschreiben lassen. „Es ist geil, hier zu sein!“
Stimmt!
Direkt anschließend gab´s dann Brent Spiner zu bewundern. Wie immer unterhielt er das Publikum köstlich, allerdings darf man von ihm selten eine ernst gemeinte Antwort erwarten. Als Running Gag gab es vom ihm wiederholt ein „I´m so proud of the work we do on Battlestar Galactica.“ zu hören. Klar doch! Wo er sooooo viel mit der Serie zu tun hat ;-) Natürlich wurde er hauptsächlich nach seiner Rolle als Data befragt, den er sehr gern gespielte hatte, weil die Rolle alle Facetten des Menschseins beinhaltete inklusive des letzten Schrittes: sich zu opfern und zu sterben.

Nach Brent kam nun auch endlich Michael Shanks auf die Bühne, der der Opening Ceremony nicht hatte beiwohnen können, weil er gerne erst vom Flughafen gekommen war. Um so bewundernswerter, dass er sich so übermüdet direkt in sein Panel stürzte.
Michael erzählte, dass er gerade mal 26 Jahre alt war beim Start von Stargate. 10 Jahre SG1 ließen ihn sich alt fühlen. Er gestand uns, dass er selbst so überhaupt kein Interesse an Archäologie habe, obwohl ihm bewusst sei, dass seine Rolle als Daniel Jackson viele jungen Menschen inspiriert hat, diesen Beruf zu wählen. Eine ähnliche Motivation sei ihm begegnet als er Gast bei der NASA sein durfte. Viele der Wissenschaftler seien über ihre Begeisterung für Science Fiction zu ihrer jetzigen Arbeit gekommen. Auch Michael erzählt, dass die Arbeit mit R. D. Anderson immer mit Spaß verbunden war, dass er aber die Pause von SG1 gebraucht habe und in dieser Zeit sich extra Rolle ausgesucht hatte, mit denen er „auf Daniel Jackson herum trampeln konnte“.


Die Stunden im Hauptsaal waren für den ersten Tag beendet. Viele machten sich nun fertig für die traditionelle Freitagsparty. Raus aus den Klamotten, rein ins Abendoutfit und ab auf die Tanzfläche. Bei guter Musik kam mächtig Stimmung auf, zumal in diesem Jahr die Musik draußen auf der Tanzfläche und drinnen in der Bar die gleiche war. In meinen Augen ein Vorteil, denn so gab es dazwischen nicht diesen unerträglichen Soundmix, sondern gleichbleibenden Rhythmus, der bis in die frühen Morgenstunden anhielt.
Jeder Menge Jägermeister verbunden mit einem Berg von Werbeartikeln wie Sonnenbrillen, Hüten und Bikinis (die gerne über die T-Shirts getragen wurden) tauchten die Partyzone schnell in ein Bild aus ausgelassenen Leuten in knalligem orange. Für manche ein wenig viel. Zu viel orange und zu viel Alkohol, denn das Zeug stieg doch schnell in den Kopf. Kam es mir nur so vor oder war die Party dadurch etwas schneller im Gange, aber auch schneller wieder vorbei?
Der Morgen kam dann für viele schneller als ihnen lieb war, aber wir wollten ja auf Conventions nicht über Schlafmangel reden, oder?
Schon um 10:00 Uhr stand ein ausgeruhter René Auberjonoir auf der Bühne, der uns erst einmal von seinen momentanen Projekten berichtete: Regiearbeit am Theater, Zeichnen am Computer, Fertigen von Skulpturen. Der Mann ist künstlerisch unglaublich vielseitig. Er erzählte mit Stolz und Dankbarkeit, dass er all das tun könnte, was ihm Spaß mache, weil er „das Geschenk Star Trek“ erhalten hatte, was in finanziell unabhängig mache. Auf die Frage, warum denn ausgerechnet so viele Star Trek Schauspieler auch in anderen Serie auftauchen, meinte René, dass das auf das Studio zurückzuführen ist, das bei der Auswahl der Akteure bewusst Kollegen ausgesucht hatte, die unter anderem deshalb sehr gut sind, weil sie auch Theater spielen. Und gute Schauspieler werden eben auch von anderen Studios gesucht.
Natürlich wurde René wieder einmal auf seine Kuss-Szene mit Nana Visitor als Kira Nerys angesprochen. Renés Kommentar: „Nichts ist unromantischer als eine romantische Szene zu drehen.“ Außerdem sei es mehr als komisch gewesen, Nana zu küssen, weil er für sie Freundschaft empfinde, zumal seine Gummimaske ihnen dabei im Weg gewesen sei. „Safer Sex“ eben, so René. Nach dem Kuss sei Nanas Gesicht voller Make-up und seine künstliche Nase völlig schief gewesen. Nein, das ist wirklich nicht romantisch. Er habe keine Lieblingsepisode, weil DS9 für ihn mehr eine komplette, lange Geschichte sei. Er habe es aber geliebt, nie zu wissen, was mit seinem Charakter als nächstes passieren würde. Ein Fan erinnerte daran, dass René beim „Mash“-Film mitgespielt hatte, aber nicht in der Serie. Der Schauspieler verrät, dass er damals die Rolle in der Serie angeboten bekommen, aber abgelehnt hatte, weil er sich so früh in seiner Karriere noch nicht festlegen wollte. Er sei erst „sesshaft“ geworden als seine Kinder in die Schule kamen und er dadurch gezwungen wurde, sich niederzulassen. Auf die Frage, was er denn Odo fragen würde, wenn er ihn treffen würde, kam „What was it like to give up being an individual?“ Hm, wäre wirklich interessant zu wissen.

Nach René betraten Nicki Clyne und Leah Cairns die Bühne, beide jung, hübsch, sympathisch, gut gelaunt und witzig. Eine Augenweide. Beide vermissten die anderen Schauspieler von Battlestar Galactica und vor allem ... hier lachten beide schelmisch ... das gute Catering. Allerdings gäbe es auch Dinge, die sie nicht vermissten: die engen Pilotenanzüge (so Leah) und den Dreck (so Nicki). Am Liebsten hatten beide mit James Callis zusammen gearbeitet (Gaius Baltar) und haben durch die Serie ein neues Bild von Science Fiction bekommen. „Battlestar Galactica“ hat sie zum Nachdenken gebracht: „Wer sind wirklich die Guten? Was macht es aus, ein Mensch zu sein?“ Eine Frage, die auch wir uns in der heutigen Zeit stellen sollten.

Erst nach der Autogrammstunde sollte es für mich im Hauptsaal weiter gehen. Genug Zeit, um an dem Workshop „T'Pow – Kämpfen wie die Filmprofis“ teilzunehmen.
Der Titel war dann zwar etwas missverständlich, denn es ging nicht um Kämpfen und Stunts, sondern um eine spezielle Art der Selbstverteidigung, die uns der Personal Trainer von Peter Maffay vorstellte, der den Kurs erst einmal mit Tai Chi begann. Sehr gut für meine noch vom Vortag verspannten Muskeln. Die Kursteilnehmer lernten zum Beispiel, sich aus einem Würgegriff zu befreien oder einen wütenden Angreifer durch einen effektiven Fußtritt abzuwehren. Alles schnell erlernbar und interessant. Dieses T'Pow ist durchaus etwas, was man länger betreiben könnte. Und wenn schon Peter Maffay das so gut findet? ;-)

Die Autogrammstunde: Das erste mal gab es keine Autogramme inklusive. Ok, das hatte den Vorteil, dass sich jeder genau die Autogramme besorgen konnte, die er wollte, was auch im Holodeck-Saal baulich umgesetzt worden war: jeder Schauspieler hatte seinen eigenen „Gang“ sodass es nicht schwierig war, den ein oder anderen zu überspringen. LeVar, Marina und Brent saßen sogar im Händlerraum, die „kleinen“ Signer inklusive eines müden und seine Augen mit Sonnenbrille versteckenden Steve wie üblich in der ersten Etage, Michelle Forbes sogar dort noch einmal extra. Wie gesagt: es war einfach, den ein oder anderen auszulassen. Aber wehe man wollte von allen ein Autogramm! Das hieß: an vier! verschiedenen Orten anstellen. Und das ganze wurde dadurch echt teuer. Nicht nur, dass man jedes Autogramm bezahlen musste. Diesmal waren noch nicht einfach die Fotos im Autogrammpreis enthalten. Also: extra kaufen und zusätzlich Geld ausgeben (auch wenn der Preis für die Fotos gesenkt worden war und man sich natürlich ein Motiv seiner Wahl suchen konnte). Es wäre wirklich besser gewesen, den Preis für die Autogramme wenigstens um den Bildpreis zu reduzieren. Ja, wir hören immer wieder „ dann können wir euch nicht so viele Schauspieler bieten“. Richtig. Und genau das wäre mir persönlich lieber. Ich empfand die Con diesmal an einigen Stellen als „zuviel des Guten“. Das wirkte sich schon auf die Panellänge aus: nicht wie früher 1 Stunde, sondern nur 40-45min. Ein bisschen kam mir der Wechsel auf der Bühne wie Fließband vor. „Und der nächste, bitte!“ Für Fans wie ich, die sehr viele verschiedene Serien gucken, artete das daher fast schon in Stress aus. Andererseits war so für jeden was dabei. Hm, ich glaube, ich möchte kein Veranstalter sein ;-)

Autogrammschlangen, Mittagessen. So verpasste ich LeVar Burton und das Einzelpanel von Kevin Sorbo.

Also ging‘s weiter mit Michael Shanks zweitem Panel, der uns erzählte, dass er es immer als relativ einfach empfunden hatte, die Rolle des Daniel Jackson zu spielen. Nur hätte er sich mehr Action gewünscht. Langweilig war es jedoch nie, denn die Science Fiction biete immer genug Abwechslung. Mit einer Ausnahme: Seine Brille. Acht Staffeln lang trug Daniel die gleiche Brille, bis eines Tages die Mutter des Produzenten durch Zufall einen Blick auf eine der späteren Folgen warf und ihren Sohn fragte: „Trägt Daniel immer noch die gleiche, alte Brille?“ Schwupps, bekam er eine Neue.

Leider habe ich anschließend aufgrund eines „Ich-bin-fix-und-alle-und-brauch-ne-Pause“ Anfalls den Kostümwettbewerb verpasst. Schade, die Gewinner hatte ich jedoch schon vorher in der Halle laufen sehen. Laufen? Naja, ihr kennt doch diese riesen 4-beinigen Kampfmaschinen aus Teil 2 von Star Wars? Die, deren Gang dem von Elefanten gleicht? Genau so einer lief da rum! Ja, richtig gelesen. Ok, er war dann „lediglich“ gute (ich kann schlecht schätzen) 2,50 hoch. Aber die beiden Jungs darin haben ihre Sache fantastisch gemacht. Neben dem lebensgroßen Jeti aus eben dem gleichen Film war das mit Abstand das aufwendigste Kostüm. Aber auch Piraten, Spartaner (Ben Schamma, Chef-Stuntman von Defcon Unlimited lief in einem Spartaner-Kostüm herum, das dem Original in nichts nachstand. Ben auch nicht ;-) ), Shrek, Neo, Morpheus und Niobe aus „Matrix“, Battlestar Galactica Soldaten, Jediritter, Sturmtruppen, Edward mit den Scherenhänden, Psi Corps-Mitglieder aus Babylon 5, dem Terminator und seiner Widersacherin aus Teil 3, Borg und jeder Menge Klingonen und Starfleet-Angehörigen konnte man dieses Jahr begegnen. Ihr habt echt was verpasst, wenn ihr das nicht gesehen habt.











Zurück zu den Panels: Marina Sirtis war dran. Charmant eröffnete sie mit der Feststellung, dass sie bei ihrer ersten Convention zu den jungen Leuten gehörte. Jetzt gehöre sie zu den alten und es gäbe neue junge. Klingt da Melancholie mit oder die Angst vor dem Alter? Marina gestand uns, dass sie damals ihren Vertrag für Star Trek „blind“ unterschrieben hatte. Sie hatte auf keinen Fall wissen wollen, was sie verdienen würde. Die immer noch attraktive Darstellerin die Deanna Troi erzählte uns einige Anekdoten aus ihrer Zeit am Set. Unter anderem von einer Szene, in der sie zum wiederholten mal den ihr unsinnig vorkommenden Satz „Captain, er versteckt etwas.“ sagen musste. Patrick war ihr daraufhin ins Wort gefallen mit den Worten „Halt die Klappe, du dumme Kuh!“ worauf Marina konterte und auf den sich hinter Brent Spiner in Sicherheit bringenden Patrick zuging: „Entschuldigen Sie, eure Majestät. Ich schauspieler die Szene, ich schreibe sie nicht. Und Sie brauchen sich gar nicht erst hinter Brent verstecken. Es ist ja nicht so, als hätte er wirklich Superkräfte.“ Köstlich, die Frau! Mit ihrer herzlichen Art ist es kein Wunder, dass Marina die Seele des Sets war, deren Zuneigung zu ihren Kollegen die Gruppe zusammenhielt und auch heute noch anhält. Nicht zuletzt deshalb ist sie diejenige, die seit Jahren versucht, Michael Dorn an die Frau zu bringen. Doch Michael sei zu wählerisch. Die Frauen würden ihm nicht gut genug kochen. Etwas, worauf er großen Wert läge. In dem Moment ging Marina ein Licht auf „Ich weiß, wie ich ihn an eine andere los werde. Ich muss einfach aufhören, für ihn zu kochen.“ Als wenn sie das über´s Herz bringen würde ;-)

Der Abend nahm seinen Verlauf, und Mary McDonnell und Jamie Bamber kamen zusammen auf die Bühne. Leider natürlich ohne den noch im Programmheft aufgeführten Richard Hatch. Jamie, gefragt nach Marys bester Szene, fiel sofort eine ihrer ersten Szenen ein, in der sie, nachdem sie gerade von ihrem Krebs erfahren hat, im Bad zusammen bricht. Jamies beste Szene war in Marys Augen seine grandiose Rede vor Gericht. Ehrlich gesagt: mir würde die Wahl schwergefallen. Beide sind einfach grandiose Schauspieler! Jamie berichtete uns, dass er versuche, sich TV-mäßig auf dem laufenden zu halten, indem er zumindest einige Folgen der laufenden Serien gucke, so gefiel ihm unter anderem „Six feet under“ Auch liebe er es, Theater zu spielen, weil das „die wahrste Art ist, Schauspieler zu sein“. Eine besondere Herausforderung läge in Rollen, die schon viele vor ihm gespielt hatten (wie z.B. in Shakespear-Stücken). Dort müsse man herausarbeiten, was an der eigenen Stimme und Performance einzigartig ist, um sich von anderen zu unterscheiden. Auf die Frage, ob die beiden das tun wollten, was sie in ihren Rollen tun, wenn Battlestar Galactica real wäre, kam von beiden ein entschiedenes NEIN!, aber die Rolle des Gaius würden sie gerne für einen Tag spielen wollen.

Nach Battlestar gab es Babylon 5 im Doppelpack: Bruce und Peter spielten sich die Stichwörter zu und lieferten so ein unterhaltsames Abschlusspanel für den Samstag. Beiden merkte man ihre Freundschaft und ihren gegenseitigen tiefen Respekt voreinander an. Peter sprach zum Beispiel über Bruce´s Auftreten als neuen Captains als „genau der Mann, den wir brauchten“, ein Mann der sich wie der Captain um seine Crew um seine Schauspiel-Kollegen kümmerte.

Und wir alle kümmerten uns nach dem Panel um die Samstagsparty. Sehr intensiv. Sehr ausgelassen. Sehr lang :-)

So war ich sehr froh, dass das erste Panel, das mich interessierte „erst“ um 10:30 Uhr am Sonntag startete. Kevin Sorbo und Steve Bacic absolvierten ein irres Panel, indem sie so gut wie nie auf der Bühne standen. Anstatt dessen turnten sie quer durch den ganzen Saal und auf der Empore herum, unterhielten sich dort mit den Fans und flaxten herum. Genau das richtige zum Wachwerden!
Michelle dagegen blieb danach brav auf ihrem Stuhl sitzen und erzählte uns, dass sie vor ihrem Drehbeginn bei Battlestar nichts über die Hintergründe ihrer Rolle als Admiral Cain wusste, ihr aber Mary und Edward James Olmos (aka Adama) geholfen haben zu verstehen. Michelle verglich Cain mit ihrer Rolle als Bajoranerin Ro Laren in DS9. Beide Frauen verbinde ihre Stärke und ihr Selbstbewusstsein. Weiter erfahren wir von der Schauspielerin, dass sie Ballett-Tänzerin war und ihr diese Ausbildung heute helfe, ihren Körper bewusster einzusetzen.
Mittag! Etwas Leckres zu Essen zu finden, war wie schon im letzten Jahr kein Problem, denn es gab günstige Gerichte in recht großer Auswahl: Pizza, Wok-Gemüse, Grillkartoffeln und noch einiges Mehr.
Anschließend ging´s erneut in den Hauptsaal zu Nicki Clyne, die uns erzählte, dass sie deshalb so fan-nah sein, weil sie schließlich auch nur ein Mensch sei. Außerdem sei sie ja für ihre Fans hier, mit denen sie nur zu gern über ihre Arbeit spricht. Danke, Nicki. Sie verriet, dass viele der Schauspieler vor Drehbeginn in ein echtes Militärcamp geschickt worden waren, um die richtigen „Umgangsformen“ und Verhaltensweisen zu lernen. Schließlich sollten sie ja möglichst authentisch wirken. Das einzige, was sie an der Show bemängelte, sei die fehlende emotionale Interaktion zwischen den Frauen. Wo sie recht hat...
Anschließend verriet uns Peter Jurasik, wie er zu seiner übergroßen Perücke in Babylon 5 gekommen war. Üblicherweise werden Perücken beim Maskenbildner mit längeren Haaren gefertigt als eigentlich verlangt, damit man sie dann auf die gewünschte Länge stutzen kann. Nur zum Spaß hatte er mit dem Maskenbildner zusammen die Haare auf voller Länge gelassen und dem Regisseur gezeigt. Tja, das ging daneben. Dem Regisseur gefiel´s und die Haare blieben dran. Peter meinte aber, so schlimm sein das auch nicht gewesen. Er sei schließlich Schauspieler, der einen guten Job machen wolle und tue, was im Drehbuch stünde, ob nun komische Perücke oder nicht. Teenagern, die gerne Schauspieler werden würden, könne er nur raten, ihren Beruf mit ganzen Herzen zu lieben. Und dann sollten sie nur jede sich ihnen gebotene Gelegenheit nutzen, um auf der Bühne zu stehen. Zum Abschluss seines Panels las uns der sympathische Schauspieler ein paar selbst verfasste Zeilen zum Gedenken an seinen verstorbenen Kollegen Andreas vor. Ein sehr bewegender Moment!
In Renés zweitem Panel bestand uns dann der Mime, dass der Grund, warum er noch nach so langer Zeit seit Star Trek zu Conventions kommen würde, sein Engagement für „Ärzte ohne Grenzen“ wäre, für die er Spenden sammelte. Sein Dank galt den vielen Fans, die ihn in seiner Arbeit unterstützen würden. Ein ganz persönliches Geständnis kam, als er gestand, er sei „stupid with love“ für ein Enkelkind. Außerdem seien seine Tochter und Schwiegertochter schwanger. „We are making a lot of little Auberjonoirs.“ Da freuen wir uns doch mit ihm. Zum Schluss gönnte René uns noch das Vergnügen, ihn singen zu hören. Leider hatte er den Text von vielen Liedern nicht parat mit Ausnahme des wunderbaren Liedes des Kochs in „Arielle, die kleine Meerjungfrau“, den er damals synchronisierte. Und so schmetterte er los mit französischem Akzent „Les poissons, les poissons. How I love les poissons, love to chop and to serve little fish.“ Einfach herrlich!
Das letzte Panel der Convention bestritten LeVar Burton, Marina Sirtis und Brent Spiner gemeinsam, jedenfalls den ersten Teil, denn LeVar und Brent mussten die Con früher verlassen, um ihren Flieger zu bekommen. So gab es noch ein paar Minuten ein wunderbares Teamplay der „alten“ Kollegen. Witze über die guten alten Zeiten. Und irgendwie konnten wir die drei überzeugen, für uns zu singen. So trällerten sie gemeinsam „Whose were the days, my friend.“ Einfach wunderbar! In dem Moment setzte bei mir der gefürchtete Con-Blues ein.
Denn das unaufhaltsame Ende nahte: die Closing. Als wäre der Moment nicht schon bewegend genug, als Marc B. Lee in seiner unnachahmlichen Art die Gäste ein letztes Mal aufrief: Mary McDonnell bedankte sich unter Tränen bei den Fans für die Anteilnahme und das große Lob für die Arbeit, die sie und die anderen als Schauspieler leisteten. Sie würde ihren Kollegen nur empfehlen können, auch die Fedcon zu besuchen.
Ja, bitte, mach das, Mary!
Dann war es vorbei. Für viele. Ich blieb wie schon seit einigen Jahren noch bis zum nächsten Morgen und feierte den Sonntag abend die letzte Fedcon-Party für dieses Jahr.

Danke, Fedcon! Es war wieder einmal klasse!

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