Conventions - Berichte - Ringcon 2006

Ringcon 2006

Der Versuch eines Berichtes von Arusha

(Ehrlich! Es ist echt schwierig, drei Tage Spaß zu formulieren *bg* )

Ja, es war endlich wieder soweit! Mehrere Tausend Fans pilgerten nach Fulda, getrieben von einer verbindenden Leidenschaft: der Liebe zum „Herr der Ringe“.
Langsam kam bei den treuen Congängern ja schon so etwas wie Heimat-Gefühle auf. Schließlich war das schon die zweite Ringcon im Esperanto-Hotel, die dritte insgesamt (zählt man die FedCon mit) Und um es gleich vorweg zu nehmen: Im Gegensatz zur FedCon, die im nächsten Jahr wieder im Bonner Maritim-Hotel stattfinden wird, bleibt die Ring Con in Fulda. Angesichts der Größe und der Menge der Aktivitäten, Vorträge und Workshops, die auch in diesem Jahr wieder zahlreich stattfanden, sicher eine gute Entscheidung, auch wenn die vielen Fans aus NRW eine Con dort bevorzugen würden. Na ja, man kann es nie allen Recht machen.

Workshops. Ja, da gab es so einiges. Bogenschießen, Schwertkampf, Kettenhemden, Chor, Tänze, für jeden Geschmack etwas. Nicht, dass ich es dieses Jahr geschafft hätte, daran teilzunehmen. Auch für die vielen interessanten Vorträge und Diskussionen über andere Werke Tolkiens, über seine Sprache oder etwa einen Workshop, der sich mit dem „Beowulf“-Epos befasste, fand ich keine Zeit. Tja, so eine Con müsste eine Woche dauern, …und dann würde ich immer noch nicht alles gesehen und getan haben, was mir gefällt.

Allein die vielen Stunden, die ich auf dem Mittelaltermarkt verbracht habe *schwärm*. Leider gab es dort dieses Jahr keine Bühne mehr. Schade. Das war beim letzten Mal eine wunderbare Atmosphäre zu den Klängen von mittelalterlicher Musik zwischen den Ständen zu schlendern. Allerdings erklang überall (sogar auf den Toiletten *grins*) aus den Lautsprechern die herrliche Filmmusik der Trilogie. Eine schöne Alternative!

Als Kostümfan kam ich natürlich wieder auf meine Kosten. Meine Güte! Werden die immer besser oder bilde ich mir das nur ein? Man weiß ja schon gar nicht mehr, wo man hin gucken soll. Die Dekoration der Con (Bühnenbild, Con-Shirts, etc.) in diesem Jahre war ganz unter dem Banner der Haradrim. Die Bühne war in feuriges Rot getaucht. Da hatten sich die Bühnenbauer Mal wieder selbst übertroffen.

Und die Fans reagierten darauf. Noch in keinem Jahr fand man zwischen ihnen so viele Haradrim. Der Orient ließ grüßen! Was vor allem die Männerwelt erfreute, denn selten sah man auf einer Con die große Anzahl an bauchfrei gekleidete weibliche Fans ;-)

Aber keine Sorge. Wo der Feind auftauchte, waren eine Schar Waldläufer aus Ithillien nicht fern. Unser Glück, denn ich traute meinen Augen nicht: Da liefen doch tatsächlich zwei Warge samt ihrer Reiter frei herum. Wow!

Aragorns. Boromirs. Kleider, eins schöner als das andere. Hobbits. Elben. Zauberer. Orks.
Die Krönung allerdings waren Minas Tirith, Hobbinton und Bruchtal, die da herum liefen. Ja! Ihr habt richtig gelesen! Drei weibliche Fans hatten sich die Häuser der Orte auf den Körper geschneidert, inkl. des brennenden, abstürzenden Denethors, Elben-Bogenschützen in Bruchtal und Gandalf, der bei Bilbo anklopft und jeder Menge Pilze in Hobbinton. Die drei haben zu Recht Kostümwettbewerb gewonnen.


Irgendwer kam dann auf die Idee, Schilder zu verteilen auf denen „Free hugs“ oder „knuddeln umsonst“ stand. Genial! So viel Geknuddel hatte bisher noch keine Con gesehen. Wer würde auch sonst freiwillig Orks, Ringgeister und Haradrim umarmen. So kam man mit noch mehr Fans ins Gespräch als man das ohnehin schon tut, wenn man so „kontaktfreudig“ ist wie ich. Was für ein Spaß!!!
Ja, das war Mittelerde live.

Live! Gutes Stichwort! Schelmish! Meine Güte! Was für Konzerte! Ja, Mehrzahl! Schelmish gab drei! Konzerte, eins Freitag, eins Samstagnachmittag und ein Schelmish-goes-Rock inkl. E-Gitarren am Samstagabend. Der Wahnsinn!!! Abtanzen bis zur Ekstase. Kommentar eines Fans (ja! Ich weiß, wer das gesagt hat, verrate es aber nicht, stimme nur zu): „Das ist ja besser als Sex!“ Muss man da noch mehr sagen?

Tja, ich gerate bereits ins Schwärmen.

Eigentlich hatte ja die Con am Freitag um 11 Uhr mit der Pressekonferenz begonnen. Einige Projekte, die auf der Con vertreten waren, stellten sich vor. So sahen die Pressevertreter einen Trailer zum neuen X-Box Spiel Elveron und ein Anbieter eines neuen Messengers „Combots“ stellte sich vor. Was der mit „Herr der Ringe“ zu tun hat? Die Desktop-Symbole, die zum Beispiel eingehende Nachrichten zeigen, sind animierte Charaktere aus der Trilogie. So waren Aragorn und Frodo als Prototypen schon zu bewundern. Andere Charaktere sollen folgen.
Dann stellten sich traditionelle die anwesenden Gäste vor. Erstaunlich war hier, dass viele der „Intellektuellen“ -wie Marc B. Lee sie auf der Opening dann bezeichnete- durch Abwesenheit glänzten. Dagegen waren alle Schauspieler anwesend: Shane Rangi (Haradrim und Stuntman), Jed Brophy (Ork und Stuntman), Bruce Spence (Mund Saurons), Bruce Hopkins (Gamling), Lori Dungey (Hobbitfrau und Stimmungskanone), Sarah McLeod (Hobbitfrau Rosie Cotton, Sams Frau), die unverzichtbaren Craig Parker und Mark Ferguson (Haldir und Gil-Galad), die wunderschöne Miranda Otto (Éowyn) und –last but not least- der heimliche Held der Trilogie: Sean Astin alias Samweiss Gamgee.
Alle waren gut gelaunt und freuten sich schon sehr auf das Treffen mit den deutschen Fans.

Lori Dungey Panel war das erste, was ich besuchen konnte. Und das lohnte sich auch! Die Frau ist einfach Spaß pur. Sie entführte uns mittels einer Bilder-Show nach Hobbiton, was ja eigentlich in Mata Mata in Neuseeland liegt. Da sie selbst ihre leider viel zu wenigen Szenen im Studio drehte, war sie als Hobbit nie in ihre eigentliche „Heimat“ gekommen und hatte diese Reise nachgeholt. Sie zeigte uns die Reste der Hobbitwohnungen, Bilbos Party-Baum und andere wunderbare Bilder der Umgebung von Hobbiton.
Gleichzeitig gab sie einige Anekdoten der Dreharbeiten preis. So waren alle Tiere, die in Hobbiton zu sehen waren, extra eingeflogen worden …inklusive des Schafes! Hat man da noch Worte? Die fliegen ein Schaf nach Neuseeland ein? Ok, ihnen waren die Schafe dort „zu weiß“. Aha!? Selbst die Enten auf den Teichen waren keine Einheimischen. Diese waren extra immer kurz vor Drehbeginn mit Hilfe eines Gewehrschusses vertrieben worden.
Um die Filmcrew und die Kulissen vor Ort zu bekommen, war extra die Neuseeländische Armee mit dem Bau einer Straße beauftragt worden. Die Soldaten sollten neugierigen Besuchern etwas von „Armeebewegungen“ erzählen, um die Dreharbeiten zu verheimlichen. Nach 2 Wochen allerdings hatte sich das Projekt weitläufig herum gesprochen. Lori kam daher zu dem Schluss, dass, wenn du eine Nachricht verbreiten willst: Erzähl es der Armee Neuseelands!

Nach einer schönen Opening mit Haradrim und Elbenkämpfer-Auftritten hatte Sean Astin sein erstes Panel. Er wirkte extrem sympathisch, hörte jeder Frage geduldig zu und beantwortete sie äußerst ausführlich. Natürlich wurde er wie immer auch auf den Film „Die Goonies“ angesprochen, was ihn jedoch überhaupt nicht störte, da er den Film auch heute noch liebt. Allerdings gehöre er nicht zu den Leuten, die sich immer an jedes Detail erinnern könnten. Vielleicht, so meinte er scherzhaft, liege das an seinem zunehmenden Alten. Seine Kinder würden ihn damit schon aufziehen, aber er wäre immer mehr bei dem Projekt, das er grade macht, als dass er sich an vergangene erinnerte. Selbst wenn er sich den Herrn der Ringe heute ansieht, denke er oft „Warum kann ich mich darin nicht erinnern?“
Vor den Dreharbeiten hatte er die Befürchtung gehabt, sich nur wie in einem Kostüm zu fühlen, aber als er sich dann das erste Mal bei der Kostümprobe als Sam im Spiegel sah, dachte er „Ja, ich seh genau richtig aus. Das könnte funktionieren.“ Stolz erzählte Sean uns, dass seine Mutter eine WETA-Figur von Sam und Lutz, dem Pony, bei sich auf dem Kaminsims stehen hat. Eines der Dinge, die ihm allerdings an den Dreharbeiten störten war die Tatsache, dass er für seine Rolle soviel an Gewicht zulegen musste. Er fühlte sich damit gar nicht wohl. Da die Szenen der drei Filme nicht in chronologischer Reihenfolge gedreht wurden, sähe man, wenn man genau hinsieht, dass Sam mal dicker und mal dünner ist, denn auch während dem Dreh legte Sean an Gewicht zu.
Auf die Frage nach seiner Beziehung zu seinem Schauspielkollegen Elijah Wood (Frodo) erzählte Sean, dass er sich -genau wie Sam für Frodo- für Elijah verantwortlich fühlte, vielleicht weil Elijah damals noch so jung war (Sean ist 10 Jahre älter). Sean hätte fast so etwas wie eine Vaterrolle angenommen.
Im zweiten Panel am Sonntag wurde Sean nach seinen Lieblingszitaten aus dem Film gefragt. Er muss eine Weile überlegen, meint, da gäbe es sooo viele schöne Sätze. Aber sein Lieblingszitat wäre wohl der Dialog auf dem Mount Doom
(Ihr erinnert euch? :
Sam: “Do you remember the Shire, Mr. Frodo? It´ll be spring soon. And the orchards will be in blossom. And the birds will be nesting in the hazel thicket. And they´ll be sowing the summer barley in the lower fields and eating the first of the strawberries with cream. Do you remember the taste of strawberries?”
Frodo: “No, Sam. I can´t recall the taste of food nor the sound of water nor the touch of grass. I´m naked in the dark. There´s – There´s nothing. No veil between me and the wheel of fire. I can see him with my waking eyes.”
Sam: “Then let us be rid of it once and for all. Come on, Mr. Frodo. I can´t carry it for you, but I can carry you. Come on!“
)
und seine Lieblingsszene wäre die, in der Frodo und Sam am Anfang ihrer Reise den Waldelben begegnen. (Frodo: “The elves are leaving Middle Earth never to return.” Sam: “I don´t know why, but it makes me sad.”) Ein Fan sprach Sean auf seine kritischen Töne in seinem Buch „There and back again“ an. Sean meinte dazu, man solle sein Buch nicht überbewerten. Es wäre nur ein ganz kleiner Teil im großen Ganzen „Herr der Ringe“. Weiter berichtete Sean begeistert, wie viel Spaß ihm das Regieführen bereitet, worauf die Frage kam, ob er etwas anders gemacht hätte als Peter Jackson. Seans Antwort: „Peter hat schon einen ziemlich guten Job gemacht. Man könne immer etwas anders oder besser machen. Meist sei es aber eine Frage der Zeit und des Gelds. Und mit dem ihm zur Verfügung stehenden Mitteln hat Peter eine sehr gute Trilogie geschaffen.“
Fazit: Ein interessanter, sympathischer Mensch, diesen Sean Astin.


Auch Miranda Otto war ähnlich wie Sean bemüht, jede Frage der Fans ausführlich und ehrlich zu beantworten. Sie erzählte, wie sehr sie die Geschichte „Herr der Ringe“ liebt und um jede Szene gekämpfte hatte, damit sie in den Film käme. Sie war sogar damals soweit gegangen, sich alle Szenen, in denen die von ihr gespielte Éowyn im Buch vorkam, zu kopieren und ihre Zitate zu kennzeichnen, um Tolkiens Éowyn so gerecht wie möglich zu werden. Ihre eigene Lieblingsszene sei eindeutig die Szene, in der sich Grima Éowyn nähert, allerdings liebe sie auch Théodens Rede vor der Schlacht auf den Pelennor-Feldern („Forthe Eorlingas“) Sie verriet, dass sie das Lied bei Théodreds Beerdigung selbst gesungen hat, dass sie einen Stuntman bei den Schwertkampfszenen, vor denen sie etwas Angst hatte und die ihr schwer fielen, verletzt hat und dass sie gerne in Mittelerde leben würde …allerdings nur mit ihrem Mann und ihrem Kind! Zur Freude der Fans erzählte Miranda, dass es noch viele ungezeigte Szenen gäbe (Hochzeit zwischen Éowyn und Faramir mit Hochzeitskuss und Kampfszenen in den Höhlen von Helms Klamm, in denen Éowyn gegen einen Uruk-Hai kämpf) von denen sie hoffe, dass sie vielleicht irgendwann doch noch veröffentlicht werden. Miranda zeigte sich begeistert von den deutschen Fans und ihrer Kreativität und Arbeit, die sie in die auf der Con getragenen Kostüme und Kleider steckten. Sie selbst habe aber am Ende der Filmarbeiten nicht nach ihrem Éowyn-Kleid als Andenken gefragt, sondern nach ihrem Schwert. Und das würde bei ihr im Schlafzimmer steht. Also: Achtung! :-)
Miranda gestand uns noch, dass sie es als sehr einfach empfunden habe, sich als Éowyn in Aragorn zu verlieben. „Er sah sooo gut aus mit den schwarzen Haaren.“ (wo sie Recht hat! *gg*) Éowyn würde aber eigentlich nicht Aragorn lieben, sondern das, wofür er steht: Mut, Würde, Ehre. Als sie das nicht von ihm bekommt, will sie selbst eben für diese Werte stehen. Miranda fand es gut, dass man sieht, dass Éowyn Angst vor dem Hexenkönig hat, denn nur wer Angst hätte könne auch wirklich mutig sein, denn Mut ist die Überwindung von Angst.
Fazit: Was für eine tolle Frau, diese Schildmaid! Da beneidet sicher mancher Mann den guten Faramir …oder ihren Ehemann.

Bruce Hopkins, ein ausgebildeter Tänzer, unterhielt uns in seinem Panel mit Musik. Er hatte zu jedem Volk Mittelerdes eine passende Musikrichtung herausgesucht. So erklang harte Rockmusik für die Rohirrim und zarte indische Zitarklänge für die Elben. Sehr treffend. Bruce gestand den Fans, dass er eigentlich nicht reiten kann und das jedes Mal, wenn er es seit den Dreharbeiten versucht hatte, das Pferd mit ihm durchgegangen sein. Stattdessen zeigte er uns lieber seine Steptanztallente …ohne Stepschuhe. Die passenden Geräusche machte er einfach mit der Stimme. Netter Kerl! Rohirrim eben!!! *bg*


Das Panel von Lori und Sarah McLeod begann erst mal mit der Einschwörung der anwesenden Fans als Hobbits. Die von beiden angestrebte „Hobbitisierung“ („We feel we should hobbitize you.“) wurde noch bestärkt, indem 8 Fans (es sollten 4 Frauen und 4 Männer werden. Leider hatte Sarah im Dunkel des Saales eine als Legolas verkleidete junge Frau als Mann „gecastet“, was nur noch zur guten Laune auf der Bühne und im Saal beitrug) das Tanzen -wie es die Hobbits tun- beigebracht wurde. Äußerst komisch.
Beide Hobbitfrauen berichten wie begeistert sie von der Detailtreue des Sets waren. Selbst das Set im Studio roch nach Gras. Hobbiton selbst war so unglaublich echt, dass es Sarah einfach wunderbar fand. Sie erzählte lachend, dass sie bei einer der vielen Takes für die Szene, in der sie ihren Brautstrauß ins Hobbitvolk wirft, aus Versehen voll die Kamera erwischt hatte.
Mein Fazit: You always should have a Hobbit in the house. Two are even better!

Von den “Bad Guys” Shane Rangi, Jed Brophy und, Bruce Spence bekam ich leider wegen anderen „Terminen“ (Ok, ich hab mich mit Aragorn verquatscht, ich geb es ja zu *bg*) nur einen Teil mit. Alle drei räumten mit dem Vorurteil auf, Stunts würden nicht weh tun. Sie täten weh! Die Kunst sei es nur, sich nichts anmerken zu lassen und sich nicht ernsthaft zu verletzten. Stunts seien nicht nur deshalb bis ins kleinste Detail abgesprochen, um den Stuntman nicht zu „beschädigen“, sondern auch aus finanziellen Gründen, zum Beispiel wegen enormen Versicherungssummen. Ein verletzter Stuntman kostet viel Geld.

Bruce berichtete, dass er unter seiner Maske praktisch blind war, weshalb ihn immer jemand dirigieren musste, in welche Richtung er zu sprechen hatte. Jed hatte enorme Schwierigkeiten, seinen Text im Make-up zu sprechen. Dank der Zähne konnte man kein Wort verstehen und schließlich hätte er sie sogar beim Sprechen ausgespuckt. Und Shane verriet, dass er der Uruk-Hai gewesen war, der Merry in „Die zwei Türme“ über die Ebenen Rohans tragen musste, obwohl er doch lieber Pippin tragen wollte. Ihr könnt euch denken worum? *bg*

Beim gemeinsamen Panel von Jed und Shane kam ich gerade noch rechtzeitig, um deren Diskussion mit einem Fan über die Qualität deutscher Schokolade mitzubekommen. Ich entschloss mich spontan, sie das selbst testen zu lassen und reichte ihnen zwei Schokoriegel auf die Bühne (als Schokoholiker habe ich so etwas natürlich immer bei mir …für alle Fälle) Nein, ich verrate hier nicht die Marke. Keine Schleichwerbung! Aber es war nicht der, an den ihr grad denkt ;-)


Craig und Mark. Muss man zu den zweien wirklich noch etwas sagen? Eigentlich nicht, denn man sah schon an der riesen Menge der bei ihrem Panel anwesenden Fans, dass die zwei für Unterhaltung pur stehen. So wurden auch nur wenige Fragen gestellt, und dann legten die zwei Entertainer wieder mal los: Erst spielten sie eine Szene (schlagt mich tot! Ich weiß nicht mehr, um was es ging. Ist aber auch völlig egal) in der die beiden immer abwechselnd nur ein Wort sagten und so ganze Sätze bildeten. Hier merkte man mal wieder, wie sehr die zwei aufeinander eingespielt sind. Die ersten Lachkrämpfe schüttelten das Publikum.
Das nächste Spielchen: Die zwei spielten ein Paar (Natürlich spielte Craig die Frau. *bbbbg* Und sie hieß mal wieder Barbara! Warum auch immer. Ist schon echt ein „running gag“) die sich über die Hauskatze streiten. Fragt nicht! Mitten im Spiel mussten sie auf dem Boden verstreute Zettel aufheben und die darauf stehenden Sätze einbauen.
Langsam hatte ich ernsthaft Bauchschmerzen vor Lachen.

Jetzt kam auch noch Lori zur Unterstützung auf die Bühne und es wurde ein Kanon gesungen aus drei völlig irren Sätzen: Craig sang: „Bush tells the truth“ (Das Publikum sollte ihm eine Schlagzeile ala Bild-Zeitung zurufen …und so was kommt dabei raus!), Mark behauptete: „Michael Jackson is a wacko“ und Lori sang eine „Alltagsweißheit“„Brush your teeth“. Völlig abgedreht, die drei. Im Laufe des Kanons vermischten sich nämlich die Sätze (u.a. kam so etwas wie „Brush your Bush“) Und ich kam nicht mehr aus dem Lachen heraus und schon lange nicht mehr mit meinen Notizen für diesen Bericht mit.
Nach dieser skurrilen musikalischen Einlage folgte eine neue Spielidee: Zwei der drei spielten eine Szene, und in dem Moment, in dem der dritte „freeze“ (Also einfrieren) ruft, erstarrten die Spieler und einer von ihnen wird durch die dritte Person ersetzt. Köstlich! (Nur ein kleines Beispiel: Mark trägt Craig – freeze – Lori ersetzt Mark und schleppt dann selbst Craig. Ok, Man muss es einfach gesehen haben! Äh, wann gibt´s die Con-DVD?)
Jetzt kamen auch noch Shane und Jed zu Hilfe, die immer wenn es in der Szene gefährlich wurde, als Stuntdouble dienten. Das Stuntleute so humorvoll sind, mussten wir bis dato auch noch nicht.
P.S.: Ich habe mittlerweile Seitenstechen vor Lachen.
Beim nächsten Craig-Mark-Panel war Lori erneut mit dabei. Das beliebte Spiel: Die drei spielten eine Szene (das „Fan-Paar“ Mark und Lori besucht die Ring Con und trifft dort auf den „Star“ Craig Parker) können sich aber nicht selbst bewegen, sondern werden durch drei Fans wie Puppen geführt. Und zum ersten Mal wird Craig von einer Frau geführt *bg* Na? Was ist denn da los? *bbbg* Die drei Fans machten tüchtig mit und sorgen für Lachattacken nicht nur beim Publikum.
Fazit: Bitte, bitte, liebe Ring Con Orga: NIE eine Con ohne Craig und Mark. Und wenn ihr Lori oder Thomas Robins vom letzten Jahr dazuholt, dann ist ein Muskelkater der Lachmuskeln schon vorprogrammiert.

Neben den vielen Schauspielern gab es am Samstagabend für die gespannten Fans noch ein ganz besonderes Ereignis: Der lang ersehnte Auftritt der vom letzten Jahr noch vielen in sehr guter Erinnerung gebliebenen „Ringstars“, einer Ansammlung von inzwischen fast 40 Fans, die uns mit einer neuen Show von diesmal fast 2 Stunden begeisterte.
Inhalt? Hui. Das ist gar nicht soo einfach. Ok, ein etwas irrer Peter Jackson (gespielt vom „Boromir“ aus dem letzten Jahr) denkt über die Dreharbeiten zu seinem Herrn-der-Ringe nach …mit etwas anderen Ergebnissen als uns bisher bekannt war. So ist Faramir deshalb bei seinem Vater unbeliebt, weil er sich unstandesgemäß in einen seiner Ranger verliebt hat. Köstlich! Gimli und ein etwas tuntiger Legolas (eine sehenswerte Darbietung!) beschweren sich dauernd, dass sie viel zu wenig im Film vorkommen, und Sauron sucht seine Armee mit „Mordor sucht den Super-Soldaten“ zusammen, in dem er Haradrim, Korsaren, Orks und Michael Jackson castet *bg* Ja, richtig gelesen, die Ringstars hatten einen wahrsinnig guten Jackson-Imitator in die Show integriert, der mit seinen Mordor-Mitbewerbern zu den Klängen von Thriller“ tanzte. Irre! Der Rest ist nun wirklich schwer zu beschreiben. Am besten ihr guckt echt das ganze an, wenn die Ringstars es wie beim letzten Mal auf DVD heraus gebracht haben. Es lohnt sich! www.ringstars.de


Irgendwann nahte der Sonntagabend. Und damit die Closing. Leider. Den Auftakt machte ein grandioser Auftritt des Elbenchores, der während eines Workshops Teile der Filmmusik einstudiert hatte. Zuerst gab es “Passing of the elves”, dann “March of the Ents” und zum Schluss ein wunderbar-trauriges “Mourning for Gandalf“. Soooo schön. Gänsehaut pur!


Der Beowulf Workshop brachte uns schauspielerisch mit in altenglisch vorgetragenen Sätzen und amüsanter Zusammenfassung der Geschichte durch Frau Alexandra Velten die Saga näher, wobei Craig und Mark mit ihrem Auftritt als Drache (Craig spielte das Vorderteil, Mark das Hinterteil *kicher*) noch für zusätzlichen Humor sorgten.

Die Preise für die besten Zeichnungen, basierend auf Film und Buch, die beste Skulptur, die beste Fanfiction-story und die beste handwerkliche Arbeit (ein Tischfußballspiel mit Figuren aus dem „Herr der Ringe“) wurden prämiert.
Dann gab der allseits beliebte Nessi noch einiges zum besten (Wie nennt man einen Händler, der ausschließlich mit „Craig Parker"-Artikeln handelt? Craig-Dealer. / Wie nennt man einen abgemagerten Con-Moderator? Knochen-Mark) Nach einem kleinen Hobbitliedchen mit Gitarrenbegleitung zeigte der Schwertkampfworkshop, was er das ganze Wochenende gemacht hatte …mit Unterstützung fast aller Schauspieler. Und wer war der einzige, der am Ende noch erhobenen Hauptes stand? Lori, die Sarah auf den Schultern von der Bühne trug! Tosender Applaus.
Dann begann die Verabschiedung der Schauspieler

…und leider auch die Verabschiedung einiger Fans, die wie ich die mit Verspätung angefangene Closing in dem Moment verlassen mussten, um ihren Zug zu bekommen. Ein seltsames Gefühl, nicht bis zum Schluss dabei zu sein.
Jedoch wurde das miese Gefühl durch die große Ansammlung von Fans am Bahnhof, durch nette Gespräche und spontan gebildete Reisegemeinschaften schnell zu einem „Das-war-eine-tolle-Con“ Gefühl ersetzt.

Gesamt-Fazit: Jeder, der nicht da war, hat was verpasst (aber das wisst ihr selber) Grämt euch nicht! Wir sehn uns nächstes Jahr in Fulda … am 12.10.2007 im Esperanto-Hotel.
Ich freu mich schon drauf.

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