Conventions - Berichte - Ringcon 2009

RingCon 2009

vom 02.-04.10.2009 im Maritim Hotel in Bonn
Der zweite Oktober, schon ein richtiger Herbsttag. Die Bäume begannen sich zu färben, es war ziemlich frisch, doch das Maritim erstrahlte im Sonnenlicht, wehende Ringconfahnen flatterten im Wind.
Ein wunderschönes Bild begrüßte mich am Freitagmorgen auf dem Weg zur Pressekonferenz der diesjährigen Ringcon, die wieder im Bonner Maritim ihren Einzug genommen hatte. Im Foyer der gewohnte Anblick: Menschen, die schon in Kostümen herumlaufen, eine lange Reihe von Leuten, die ins Hotel einchecken möchten, schon ein paar Frühaufsteher, um ihre Eintrittskarten zu bekommen und eine Minischlange am Presseschalter, die länger brauchte als alle zusammen ;-) Ja, Pressevertreter sind nun einmal neugierig und fragen den armen Conhelfern gerne Löcher in den Bauch. Dabei hatte sich am diesem Morgen nichts geändert. Die Pressekonferenz fand erneut in dem kleinen Saal hinter dem Restaurant statt (was bedeutete, dass man sich wie üblich seinen Weg durch das gesammte Restaurant vorbei an noch kauenden Gästen bahnte). Der erste Blick fiel auf den langen Tisch mit den hübschen Namensschildchen: Marc B. Lee, unser altbewährter Moderator, Jarl Benson (Elb Glorfindel aus „Herr der Ringe“), Mark Ferguson (Elbenkönig Gilgalad aus „Herr der Ringe“), Craig Parker (Elb Haldir aus „Herr der Ringe“), Kyle Schmid (Vampir Henry Fitzroy aus „Blood Ties“), Christian Serratos (Vampirin Angela Weber aus „Twilight“), Edi Gathegi (Vampir Laurent aus „Twilight“), Bruce Hopkins (Rohirrim Gamling aus „Herr der Ringe“) und Lori Dungey (Hobbitfrau Mrs. Bracegirdle aus „Herr der Ringe“). Aber: fehlten da nicht einige? Ja, leider, Matthew Lewis (Neville Longbottom aus „Harry Potter“) und Daniel Cudmore (Volturi Felix aus „Twilight“) sollten erst später kommen. Noch enttäuschender: Dylan Neal (Mike Celluci aus „Blood Ties“), Tom Felton (Drago Malfoy aus „Harry Potter“) und Alex Meraz (Werwolf Paul aus „Twilight“) hatten kurzfristig abgesagt. Und Robert Pollock (Ork aus „Herr der Ringe“), Thomas Robins (Deagol aus „Herr der Ringe“), Kellan Lutz (Emmett Cullen aus „Twilight“) und Ashley Greene (Alice Cullen aus „Twilight“), alle im Laufe der Wochen vor der Con noch angekündigt, waren bereits vorher von der Gästeliste gestrichen worden. So einen Absage-Schwung hatten die Fans noch nicht erlebt. Es wurde noch schlimmer. Als Ersatz in letzter Minute hatte die Ringcon Josh Herdman (Gregory Goyle aus „Harry Potter“) und Angelica Mandy (Gabrielle Delacour, Schwester von Fleur Delacour aus „Harry Potter“) engagiert. Doch auch Josh fiel in letzter Minute wegen Krankheit aus.
Persönlicher Kommentar zwischendurch: Berichte wie dieser Ringconbericht hier sind immer subjektiv. Daher mache ich aus meiner Meinung kein Geheimnis: auf die Schauspieler aus “Twilight“ hatte ich keinen Wert gelegt (dazu in den nächsten Zeilen mehr), Tom Felton hätte ich extrem gern gesehen, noch lieber allerdings Dylan, denn: ich bin nun mal ein Fan von Vampir-Filmen und –Serien, von ECHTEN Vampiren. Ich werde hier sicher den ein oder anderen verärgern, aber in Twilight kommen keine echten Vampire vor. Welcher ECHTE Vampir bitte schön glitzert im Sonnenlicht?! Ja, ich habe Twilight gesehen. Der Film hat nette Aspekte, mehr aber für mich nicht. Andererseits: der Film ist nicht für Leute wie mich gemacht. Die Geschichte ist für Teenager und eine neue Generation gedacht (zu der ich nicht gehöre). Und genau DAS war meines Erachtens das Problem der diesjährigen Con. Ein Film wie „Twilight“ spaltete die Fans. Auf der einen Seite gab es Fans, die Unterhaltung für „Erwachsene“ lieben, gute Kostüme, Qualität und Kreativität schätzen. Auf der anderen Seite (meist sehr junge) Fans, die ein Baseball-Outfit für ein gutes Kostüm halten und im Panel von Nicht-Twilight-Schauspielern maulen, dass ihnen langweilig ist und doch bitte jemand anderes auf die Bühne kommen soll.
Entschuldigt bitte diese krasse Meinung. Es ist meine und muss nicht die der Allgemeinheit sein. Ich gebe hier nur meinen eigenen Eindruck und persönliche Erlebnisse wieder. Ich kann natürlich den Veranstalter Dirk Bartholomä absolut verstehen: Twilight ist in und zieht eine große Fan-Gemeinde zur Ringcon, währenddessen „Herr der Ringe“ nichts aktuelles mehr bietet und dessen eingefleischte Fans keine eigene Con füllen können. Zum Glück jedoch scheint der Unmut der „alten Fans“ den Verantwortlichen nicht gleichgültig zu sein, denn mehr als einmal betonte Moderator Marc B. Lee, dass „Herr der Ringe“ die Basis der Ringcon bleiben soll und die Fans nicht vergessen werden. Diese Worte haben mich dann im Laufe des Wochenendes wieder etwas versöhnlich gestimmt. Und NATÜRLICH bin ich nächstes Jahr wieder dabei. Ich lasse die Ringcon nicht im Stich, nur weil es Absagen hagelt, für die der Veranstalter nun wirklich nichts kann. Und ich vertraue auf Marcs Worte und hoffe im nächsten Jahr auf neue Gesichter aus „Herr der Ringe“
…und auf vertraute alte (hiermit komm ich endlich zum eigentlichen Bericht zurück), denn nicht nur ich freute mich, dass endlich, nach ein paar Jahren Abwesenheit, Craig Parker wieder mit dabei war. Und das Duo Mark Ferguson und Craig sorgen wie üblich schon auf der Pressekonferenz für gute Stimmung, kräftig unterstützt durch die wunderbare Lori und den ebenso fabelhaften Bruce.
Doch noch einmal zum Anfang er Pressekonferenz. Brigitte Scheer zählte für die versammelten Pressevertreter die auf der Con vertretenden Fandoms auf. Und hier freute direkt der erste Satz: als Information für die Herr-der-Ringe-Fans gab sie bekannt, dass endlich die Finanzierung (die Film-Firma war in finanzielle Schwierigkeiten geraten) für den Film „Der Hobbit“ gesichert sei und mit den zwei Teilen Ende 2011 und 2012 nun gerechnet werden kann. Das war doch schon mal eine tolle Nachricht.
Das Twilight-Fandom wurde kurz anhand verschiedener Twilight-Fan-Internetseiten vorgestellt. Nicht sehr informativ meiner Meinung nach. Als „Repräsentant“ für Harry Potter stellte ein Vertreter der größten Harry-Potter-Seite im Internet, „Harry Potter Xperts“ die Seite vor. Auch nicht gerade aussagekräftig für das, was die Harry-Potter-Filme und Bücher ausmacht. Noch schlechter erging es dann der Serie „Blood Ties“, deren Präsentation aufgrund von technischen Problemen ganz ausfiel. Sorry, aber das hätte man sich alles sparen können. Zur Vorstellung der Fandoms wären da ein paar Trailer oder Ausschnitte aussagekräftiger gewesen.
Robert Vogel stellte dann einige Fanfilme genau so vor: durch schöne Trailer und z.B. Fakten über Dreharbeiten. Hier muss speziell der Film „Born of hope“ erwähnt werden, ein Fan-Film-Projekt britischer Schauspieler, die mit geringem Budget einen Film über die Geschichte von Aragorns Eltern, Arathorn und Gilraen, gedreht haben. Schon im letzten Jahr stellten die Darsteller uns ihr Filmprojekt vor und versprachen uns, den Film in diesem Jahr mitzubringen. Das war ihnen gelungen, auch wenn der Film vorerst nur in einer Rohfassung zu sehen war, aber dazu später mehr.
Nach dieser Vorstellung konnten nun die anwesenden Schauspieler hereingelassen werden. Und nun an dieser Stelle ein persönliches Geständnis: meine hohen Erwartungen wurden erfüllt. Kyle Schmid ist auch von Nahem zum Dahinschmelzen (ich hab doch gesagt, dieser Bericht ist sehr subjektiv). Wenn dieser Mann lächelt, fliegen ihm die Frauenherzen nur so zu. Kein Wunder, dass er einen der verführerischsten Vampire, Henry Fitzroy, so glaubwürdig verkörpern konnte. Aber auch Edi Gathegi gestand, dass er bei seiner Rolle als Vampir in Twilight erkannt hatte, wie sexy Vampire generell sind, was ihm ausgesprochen gefallen hat. Zitat Edi „Sex sells“. Außerdem, so der Schauspieler, liege die Faszination an Fantasy-Filmen einfach daran, dass sie einem die Flucht zu etwas völlig neuem, anderem ermöglichen.
Kyle erzählte, dass ihm bei der Darstellung des Vampirs Henry mehrere Dinge zur Seite gestanden hatten: die Buchvorlage, seine eigene Erfahrung als Schauspieler und sein britischer Großvater, der für ihn die Verkörperung eines britischen Gentlements war a la James Bond und den er als eigene Vorlage für Henry genommen hatte.
Auf die Frage an Lori, ob sie denn im „Hobbit“ mitspielen würde, setze diese eine traurige Miene auf „Sie müssen wissen, auch wenn der Film „Der kleine Hobbit“ heißt, spielen da kaum Hobbits mit, schon gar keine weiblichen. Deshalb bin ich leider nicht dabei.“ Worauf sie prompt einen Zuruf von Craig bekam „Aber Lori ist ständig vor Peter Jacksons Haus auf und ab gelaufen. In ihrem Hobbitoutfit. Auf ihren Knien, um klein zu wirken.“ Schallendes Gelächter. Ja, Craig war wieder in Hochform. Irgendwann zwischendurch steckte der Kerl sich doch glatt zwei … waren es Salzstangen? … als Vampirzähne in den Mund. Na ja, so bekäme er vielleicht ja auch so ne sexy Rolle ;-) Im Moment würde er bei einem Film mitspielen, bei dem alles schmutzig, sexy und dreckig sei und man sehr wenig Kostüm anhätte (er meinte damit sein neues Filmprojekt „Spartakus“)
Auf die an alle gerichtete Frage, was eine Con einem Schauspieler überhaupt bringt, waren sich alle einig, dass Convention einen mit Fans zusammenbringt und man dadurch erst wirklich merkt, wofür man seinen Job macht und wie man ankommt. Con hieße auch, so Bruce, seine eigenen Projekte bekannt zu geben, die durch die große Unterstützung der Fans vor allem über das Internet extrem schnell und effektiv verbreitet würden. Marc B. Lee warf darauf ein, dass genau das oftmals ein Problem wäre, gerade filmende Schauspieler für die Con zu engagieren, denn die Filmstudios wollen möglichst Geheimhaltung wahren über laufende Projekte, wüssten aber sehr wohl Bescheid über die Überredungskünste der Fans auf einer Con, doch etwas auszuplaudern.
Um „die effektive Verbreitung auszunutzen“ machte Bruce die Anwesenden daraufhin auf das „Sea Shepard“-T-Shirt aufmerksam, dass der bis dahin relativ stille Jarl Benzon trug. Jarl nahm die Gelegenheit war und machte Werbung für das Projekt, das ihm offensichtlich sehr am Herzen lag. (Zitat aus der Internet-Seite dieses Projekts: „Established in 1977, Sea Shepherd Conservation Society (SSCS) is an international non-profit, marine wildlife conservation organization. Our mission is to end the destruction of habitat and slaughter of wildlife in the world's oceans in order to conserve and protect ecosystems and species.”)
Eine der letzten Fragen der Pressekonferenz war die Frage danach, ob die Schauspieler es mögen, erkannt zu werden. Die Meinungen darüber gingen auseinander. Edi z.B. meinte, er hasse es, erkannt zu werden, und er hasse es, NICHT erkannt zu werden. Kyle dagegen empfindet es laut seiner Aussage in erster Linie als seltsam. Es zeige ihm zwar, dass seine Arbeit anerkannt würde, gleichzeitig würde er aber gerne oft (Zitat) „unter dem Radar fliegen“.
Die Zeit war verflogen und es folgte nach ein nettes Gruppenfoto, bei dessen Verlauf sich (aus Platzgründen ;-) ) Lori auf den Schoß von Kyle setzte. Na ja, ich hatte nichts Besseres zu tun als Lori zu fragen, ob wir nicht mal die Plätze tauschen könnten, worauf Lori mit einem breiten, zufriedenen Grinsen ein lautes „No“ von sich gab. Ok, er war nen Versuch wert *grins*.
Die Pressekonferenz endete und ich stürzte mich, nachdem ich im Maritim eingecheckt hatte wie jedes Jahr ins Getümmel.
Wie schon im letzten Jahr gab es im Foyer noch außerhalb des Con-Geländes einen sehr verführerischen Meth-Stand (extrem lecker! Ich weiß es aus eigener Erfahrung.) und einen schönen Mittelalterstand mit allerlei Krimskrams und schönen Fellen.
Auch die Verpflegung befand sich im Foyer und lockte mit schmackhaften Speisen zu erschwinglichen Preisen. Doch was war das? Essen-Marken? Für das leibliche Wohl musste man sich erst einmal Marken besorgen. Äußerst lästig! Was weiß ich denn, wie viel ich im Laufe der Con verzehre? Also ging flau für jede Speise extra los und holte die passende Menge an Marken (nachdem man vorher natürlich erst mal ausfindig machen musste, was denn die Tortellini mit Tomatensoße kosten) Aus welchen Gründen das Maritim sich auch immer zu so einer Maßnahme entschlossen hat: praktisch war das nicht. Da erinnre ich mich doch viel lieber an die Geldkarten im Esperanto in Fulda, die beliebig aufgeladen werden konnten (und auch ein Auszahlen zum Schluss war kein Problem) Da brauchte man erst gar kein Bargeld mit sich rumschleppen. Na ja.
Weiter ging`s auf’s eigentliche Congelände. Der sonst völlig überlaufene Stand für T-Shirts, Tassen, Batches und Autogrammbilder war offenen Regalen mit eben diesen Artikeln gewichen. Lediglich am Rand stand eine Kasse. Eigentlich ne gute Idee. Alles zum genau angucken, ohne jedes Mal einen armen Con-Helfer zu scheuchen. Ich hoffe nur, es ist nicht zuviel „verloren“ gegangen bei der Offenheit. Nur: ich habe keine neuen Pins entdeckt. Gab’s die nicht? Das wäre schade, denn ich habe sie jedes Jahr gesammelt. Dafür war das neue Tassen-Design ganz nach meinem Geschmack: eine Tasse in dunkelrot-schwarz gehalten mit Abbildungen von Blood Ties, Twilight, Harry Potter und Herr der Ringe. So verband das gute Stück die auf der Ringcon anwesenden Fandoms auf hübsche Weise. Ja, bei mir steht jetzt auch so nen Teil rum :-)
Der Gang durch die zwei Händler-Räume dagegen enttäuschte: weniger Deko, weniger Händler, weniger Auswahl. Und alles überladen mit Twilight. Puh! Das erschlug mich etwas. Lediglich im ersten Saal fand sich etwas interessantes: eine Gruppe von Freunden hatte auf einer Fläche von schätzungsweise 5 mal 8 Metern die Schlacht um Minas Tirith in Miniatur nachgebaut. Orks in Schlachtordnung, Haradrim auf ihren Olifanten, Godorianer hoch oben auf den Mauern der Stand. Es sah klasse aus. So viele Details! Man wusste gar nicht, wo man zuerst hinschauen sollte. Das Gespräch mit diesen Freunden war äußerst interessant. Das fand auch Bruce Hopkins, der mit mir garantiert ne halbe Stunde da stand. Alle ins Gespräch vertieft diskutierten wir Schlachtaufstellungen, Tricktechniken, Verbesserungsvorschläge. Da hatte sich eine Gruppe begeisterter Fans gefunden (ja, Bruce bezeichnete sich selbst als Fan und war so angetan, dass er seine eigene Kamera zückte).
Ein Blick auf das Programmheft offenbarte eine kluge Idee: Die einzelnen Fandoms waren farblich gekennzeichnet. So konnte jeder sich viel schneller raussuchen, was gefiel. Wieder gab es Workshops wie den Stuntworkshop (an dem ich leider diesmal aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen konnte) oder den Actingworkshop mit Lori und Mark. Nur: wo war der Tanzworkshop? Der Chor-Workshop?
Die Anzahl der Vorträge unser so genannten „intelectuelles“ war dagegen unverändert hoch. Vampir-Vorträge, Wissenswertes über Tolkien und seine Werke und Figuren. Da war viel dabei. Nur wieder einfach hab ich es nicht zu einem einzigen Vortrag geschafft. Ja, ich schäme mich :-(

Doch, da gab es etwas, was ich abgesehen von den Panels, zu denen ich später noch komme, gesehen haben: den Film „Born of hope“, (ich erwähnte ihn schon bei der Pressekonferenz) Ich kann nur sagen: Ich war total begeistert. Da war wieder ein Stück Tolkien auf der Leinwand zu bewundern, mit viel Liebe umgesetzt. Was wir zu sehen bekamen, war jedoch noch nicht die endgültige Version. Es fehlte die eigene Musik (noch wurde der Film von bekannten Melodien aus dem Herrn der Ringe untermalt), der Feinschliff beim Schnitt und die richtige Soundabmischung. Das alles soll am 1. Dezember fertig sein und auf der Homepage von „Born of Hope“ online anzuschauen sein. Meine Empfehlung: unbedingt reinschauen! Leider, denn es ist ja „nur“ ein Fanfilm, dürfen davon keine DVDs verkauft oder ein Download angeboten werden. Tolkiens Erben wollen ja schließlich nicht, dass irgendwer sonst noch Geld mit J. R. R. Tolkiens literarischen Werken verdient als sie selbst. Ich spare mir dazu jetzt mal jeden Kommentar.

 

 

So, nun aber zu den Panels. Was interessierte mich am meisten? Eigentlich das „alt bewerte“, denn wenn Mark, Lori, endlich auch wieder unser heiß geliebter Craig, Bruce und Jarl auf der Bühne sind, biegen sich die Zuschauer vor Lachen. Egal in welcher Kombination: die Herr der Ringe Darsteller sind einfach grandios. Lori zeigte einen zum Schießen komischen Film mit sich selbst in der Hauptrolle „Mrs. Bracegirdle in therapy“ (sie litt unter Hobbitimania und bildetet sich ein, ein Hobbit zu sein und wurde durch Dr. Springle, gespielt von Craig, geheilt.), Bruce und Lori holten sich Fans auf die Bühne für –ich nenn es mal- Partyspiele. Mark und Craig feierten ihre „Wiedervereinigung“ mit einen Duett „Reunited“. Jarl, Lori, Craig und Mark spielten Twilight nach. Zusammen mit Jarl gab es dann noch ein Stück über zwei Holzfäller-Freunde (gespielt von Craig und Bruce) die –man kann es kaum beschreiben, was die alle da veranstalteten- um die Gunst des Waldes (dargestellt von den anderen. Nein, nicht von Mark. Der gab wie so oft den Erzähler) tanzten, einen Baum fällten, einen Waldbrand verursachen und diesen dann gemeinsam löschten. Was haben zwei einsame Holzfäller im Wald zum Löschen dabei? Na, was wohl: sie pinkeln das Feuer aus. (da hab ich mich kaum noch vor Lachen auf dem Stuhl halten können) Besonderes Highlight: mitten unter den Bäumen war Kyle Schmid zu finden, der jeden Spaß mitmachte. Göttlich. Soviel Komik hatte ich dem schnuckeligen Kerlchen gar nicht zugetraut. Bei einer weiteren Nummer wurde die Herr-der-Ringe Riege von den zwei anwesenden und extrem sympathischen Synchronsprechern Annina Braunmiller (sie synchronisiert Bella aus „Twilight“) und Max Felder (die Stimme von Ron Weasley aus „Harry Potter“) tatkräftig unterstützt. Es gab sozusagen eine Life-Synchro. Sehr spaßig.


Wie immer: es lässt sich nur schwer wiedergeben, mit welchen Späßen, Spielen und Sprüchen diese Schauspieler uns zu unterhalten wissen. Ich kann nur wie jedes Jahr empfehlen: kauft euch die DVD. Oder noch besser: kommt vorbei und guckt euch das live an. Es gibt nichts Besseres gegen schlechte Laune als diese begnadeten Stand-up-Comedians!
(Anregung für den Veranstalter: das wäre doch mal ne Extra-DVD wert: das Beste von Mark, Craig und Co.)

Was gab es sonst noch: natürlich Kyle Schmid, dessen Serie „Blood Ties“ zu meinen absoluten Lieblingsserie gehört“ Wie schon erwähnt. Der Mann (ja, ja, ich hör schon wieder den ein oder anderen: das ist noch kein richtiger Mann. Ist mir aber egal, was andere meinen) ist einfach bildhübsch und hat mit das gewinnendste Lächeln, das ich kenne. Nur war er beim ersten Panel extrem nervös und fast schüchtern. Vor so vielen Menschen, nein, da hatte er noch nicht gestanden. Dennoch beantwortete er freundlich und ausführlich jede Frage, zum Beispiel nach seinem neuen Film, in dem es schnelle Autos und schnelle Frauen ginge. Er erzählte, dass er neben dem Schauspielen auch schreibe und gerne weitere Dinge wie Regieführen und Produzieren machen würde, aber nur dann, wenn er sie 100%ig gut machen könnte. Serien würde er gerne wieder drehen, denn die „familiäre Atmosphäre“ am Set sei etwas sehr gutes. Blood Ties ist für ihn, so erzählte er, ein abgeschlossenes Kapitel, an das er jedoch gute Erinnerungen hat. Das Schauspielen, das wäre für ihn wie eine Art Therapie, bei der er so viel von sich selbst geben würde, dass es fast so wäre, als wäre man nackt vor den Leuten. Auch würde er sich nie weigern, eine geforderte Szene zu drehen, selbst eine Spinne würde er anfassen trotz seiner Spinnenphobie, wenn es die Rolle erforderte. Je länger und öfter Kyle auf der Bühne stand (2 Panel, Opening, Closing und 2 Auftritte mit der verrückten Herr-der-Ringe-Truppe) umso lockerer und selbstbewusster wurde er. Na ja, vielleicht hat es ja auch seinem Ego geschmeichelt, dass bei seiner Fotosession so viele Fans anstanden, dass die Schlange den geplanten Zeitrahmen sprengte. Doch Kyle erklärte sich für eine zweite Fotosession bereit. Klasse! Und wenn man den Worten der Offiziellen glauben darf (nein, es ist wohl weniger eine Frage des Glauben als des Machbaren) dann werden wir nächstes Jahr Kyle, den fehlenden Dylan und die Dritte im Bunde, Christina Cox, zusammen auf einer Bühne bewundern können. DAS wäre dann ein echtes Highlight!

Mathew Lewis war lediglich am Sonntag anwesend und leider habe ich sein Panel verpasst. Ich schreibe leider, denn jeder mit dem ich gesprochen habe, war sehr angetan von ihm und seinem kurzweiligen Auftritt. Schade für mich, aber nicht immer klappt die Terminplanung so wie man das sich vorstellt.

Da mir schon am ersten Tag das Twilight-Fieber zuviel wurde, habe ich keines der Panels der Twilight-Schauspieler besucht, was nicht an den Schauspielern selbst lag. Gerade Daniel Cudmore schien mir sehr sympathisch zu sein und fiel mit seinen über 2 Metern und seinem attraktiven Äußeren natürlich sofort ins Auge. Neben ihm sah wirklich jeder wie ein Hobbit aus.

Was natürlich auf einer Ringcon zum Pflichtprogramm gehört, zumindest für mich als Kostümfan, war eben der Costume-Contest. Hier gab es wieder das ein oder andere Highlight: eine moderne Haradrim tanzt anstatt Bauchtanz mal Hiphop (Klasse gemacht! Die ein oder anderen werden Ramona kennen. Im letzten Jahr begeisterte sie als Kater aus Shrek bei den Ringstars), Jessica Schamma erschreckte als düsterer Lord Voldemort, eine leibhaftige Mary Poppins inkl. Wunder-Tasche und Enten-Kopf-Schirm erschien uns (sie sah wirklich unglaublich echt aus, die beste Nanny der Welt). Aber der Oberhammer, das waren die Bräute Draculas aus „Van Helsing“, nicht etwa wunderschön in den exotischen Kleidern, die die drei Frauen oft tragen im Film, sondern als wahr gewordene Alpträume mit Fledermausflügeln, knochigem Körper und Blut an den Lippen. Und dann tanzten die drei auch noch (und das, obwohl eine von ihnen an einem Bänderriss litt und eine Schiene tragen musste) So ein Kostüm hatte die Con noch nicht gesehen!!!



Mal abgesehen vom Wettbewerb auf der Bühne gab es natürlich auch den Publikums-Award. Edward mit den Scherenhänden sammelte ebenso Punkte wie zwei Rohirrim samt Pferd mit Vollausstattung. Kennt ihr die zwei noch? Die Pferde haben wirklich alles dabei, was der Reisende braucht, diesmal sogar auch eine Knoblauchzehe gegen die Übermacht der Vampire. Doch auch die Zehe half nichts. Die Rohirrim verloren knapp gegen … ich hab es boshaft als H&M-Outfit bezeichnet (weil sich so ein Outfit „mal eben“ bei jedem Bekleidungsgeschäft zusammen kaufen lässt und wenig „Eigenbau“ erfordert), es stellte das Baseball-Outfit der Cullen-Vampire aus Twilight dar. Ja, ich verärgere hier wieder die Twilight-Fans. Aber mal ehrlich: Twilight bietet nun mal nicht viel für Kostümfans. Wie kann also so ein Outfit gegen andere gewinnen? Meines Erachtens hat hier Quantität (ja, es waren nun mal sehr viele Twilight-Fans anwesend) gegen Qualität gewonnen.


Was Qualität und Kreativität anbelangt schossen die drei eingereichen Video-Filme den Vogel ab, bezeichnenderweise alle drei ganz oder teilweise auf Herr der Ringe basierend. Platz 3 belegte ein herrlicher musikalischer Wettstreit zwischen „Herr der Ringe“ und „Fluch der Karibik“ auf den Klassiker „Everything you can do I can do better.“. Platz 2 war ein extrem lustiger Herr-der-Ringe Szenenzusammenschnitt auf das Lied der Ärzte „Lass die Leute reden“ und Platz 1 war ein Liedeslied an den beliebtesten Elben der Ringcon: Haldir!
Die Pause, in der die Juroren sich zur Beratung immer zurückziehen, wurde uns in diesem Jahr durch Ben Schamma verkürzt, der sich mit seinem Auftritt einen eigenen Traum erfüllte (und dementsprechend nervöser war als selbst bei seinen schwierigsten Stuntauftritten): er imitierte Michael Jackson. Und das wirklich richtig gut! Danke dafür, Ben!

Was wurde sonst noch geboten? Zwei Konzerte, Bobby Long am Freitagabend und erneut John Kelly mit seiner Maite Itoiz am Samstagabend. Leider kann ich auch darüber nicht berichten, denn ich war nicht da. Bobby Longs Konzert fand im Rahmen des groß angekündigten Vampirballs statt, den ich zwischendurch besucht habe (nur eben nicht während dem Konzert). Ich war etwas enttäuscht. Der kleine Saal war zwar schön abgedunkelt und in rotes Licht getaucht, aber irgendwie trotzdem ohne Atmosphäre. Es war zu voll, die Musik sollte „dem Anlass entsprechend“ sein, verleitete aber dadurch nicht zum Tanzen, sondern nur zum Rumstehen, lediglich einige gezeigte Aufrührungen (darunter ein gut gemachter Ausschnitt aus dem „Tanz der Vampir“, für Kenner: das Schlusslied) waren Highlights. Dagegen waren die Partys in der Pianobar und im Tanzbereich davor wieder super! Und so mancher tanzte die ganze Nacht hindurch.

Am unvermeidlichen Schluss stand wie immer die Closing, auf der Marc B. Lee noch einmal betonte, das bei der Ringcon der Schwerpunkt immer noch auf dem Ring läge und verkündete den Termin für die Con im nächsten Jahr: 15.-17. Oktober. Und auch wenn ich an vielen Stellen Kritik geübt und mich an dem Wochenende so manches Mal aufgeregt habe: das, was nach Abzug der Kritik übrig bleibt ist immer noch ein so großes Vergnügen und ein so wunderbares Treffen von Gleichgesinnten, dass ich nicht einen Moment zögere, wenn ich verspreche: ich bin auch beim nächsten Mal wieder dabei.

 

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